Bericht 79, Oktober/November 2011

Roanne

Von Alkmaar nach Roanne (PC Navigo ©)

Von Alkmaar nach Roanne (PC Navigo ©)

Wir haben den letzten Bericht mit einer kurzen Statistik der 2011 gefahrenen Kilometer, passierten Schleusen etc. abgeschlossen. Zur Illustration fügen wir noch die Karte der insgesamt gefahrenen Strecke vom nördlichsten (Alkmaar) bis zum südlichsten Punkt (Roanne) an.

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Gegen Ende Oktober laufen viele Überwinterer-Schiffe in Roanne ein. Letztmögliches Datum ist der 7. November, denn dann wird der Kanal bis anfangs 2012 für Unterhaltsarbeiten geschlossen. Im Vergleich zu 2008/2009, als wir letztmals hier überwinterten, hat es einige Zu- und Abgänge gegeben. Mehrere Schiffe wurden verkauft, andere sind neu hinzu gekommen. Schliessen wir also die Fahrsaison mit Fotos von einigen Schiffen ab, welche in Roanne überwintern.

Die Tjalk «Alfanaka»

Die Tjalk «Alfanaka»

Die Tjalk «Eendracht»

Die Tjalk «Eendracht»

Die Luxemotor «Alouette»

Die Luxemotor «Alouette»

Die schwer einzuordnende «Avontuur»

Die schwer einzuordnende «Avontuur»

Die Tjalk «Narwal»

Die Tjalk «Narwal»

Die Tjalk «Pastis»

Die Tjalk «Pastis»

Die Steilsteven «Affleur d'O»

Die Steilsteven «Affleur d’O»

Die Luxemotor «Weltevreden»

Die Luxemotor «Weltevreden»

Die Tjalk «Verwisseling» (steht übrigens zum Verkauf)

Die Tjalk «Verwisseling» (steht übrigens zum Verkauf)

Das Skûtsje «Wietske»

Das Skûtsje «Wietske»

Die Luxemotor «Kinette»

Die Luxemotor «Kinette»

Der Klipper «Festina tardé»

Der Klipper «Festina tardé»

Das Ex-Öl-Bunkerboot «Eliane»

Das Ex-Öl-Bunkerboot «Eliane»

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Nicht geändert hat sich, dass in Roanne ein international bunt zusammengewürfeltes Völklein überwintert. Unsere Nachbarn vorne sind die Briten auf der «Verwisseling», hinten wohnt ein niederländisches Ehepaar auf der «Weltevreden». Daneben leben hier Australier, US-Amerikaner, Kanadier, Iren, Neuseeländer, Belgier und Franzosen, insgesamt neun Nationen.

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Roanne und seine Umgebung, das Roannais, sind sehr stark von Landwirtschaft und Weinbau geprägt. Zurzeit finden überall Weinmessen statt und in Roanne wird das «Fête du Charolais» veranstaltet, eine gut besuchte landwirtschaftliche Messe.

Ein Charolais-Rind

Ein Charolais-Rind

«Charolais» ist eine Fleischviehrasse erster Qualität, denn die Tiere sind jahraus, jahrein im Freien. Fleischviehzucht ist hier ein wichtiger Erwerbszweig. Hinzu kommen anverwandte Berufe, wie Metzger und die gesamte Gastronomie. Dank dem 19-Punkte Gastrotempel «Frères Troisgros» ist das Roannais gastronomisch sehr gut ausgestattet. Einige der Küchenchefs, die bei den Brüdern Troisgros ihre Sporen abverdient haben, führen in der näheren oder weiteren Umgebung selbst hochklassige, aber – im Vergleich zur Schweiz – zumeist sehr günstige Gaststätten.

Ein Metzgerlehrling zeigt sein Können an der «Fête du Charolais»

Ein Metzgerlehrling zeigt sein Können an der «Fête du Charolais»

Versieht man das Eintrittsbillet zur «Fête du Charolais» – Kosten zwei Euro – mit seinem Namen und wirft es in eine Urne, so nimmt man zusammen mit gefühlten zwanzigtausend anderen Messebesuchern an einer Verlosung teil.

Charlotte im Glück

Charlotte im Glück

Wir staunen deshalb nicht schlecht, wie wir zwei Tage später einen Anruf erhalten, wir könnten unseren Preis – «un lot de viande de boeuf» –, einen Posten Rindfleisch also, in der Metzgerei von Michel Gouttenoire abholen. Charlotte fährt mit dem Velo dorthin, wird aber von der Metzgersfrau freundlich beschieden, ihr Verlosungsgewinn lasse sich nicht mit dem Velo transportieren. Wie sich herausstellt, hat Charlotte insgesamt 24 Kilo Entrecôtes, Steaks, Roastbeefs, und Côtes de boeuf gewonnen, alles fein säuberlich portioniert, vakuumiert und etikettiert. Glücklicherweise haben Joseph und Madeleine auf der «Wietske» noch zwei Tiefkühlschubladen übrig. Verhungern müssen wir und die Freunde, die uns besuchen, jedenfalls diesen Winter nicht!

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Mit diesem Bericht verabschieden wir uns zumindest nautisch in die Winterpause, welche voraussichtlich bis März oder April 2012 dauern wird. Damit die über 2’000 Leserinnen und Leser, welche monatlich auf unsere Homepage zugreifen, nicht auf Entzug kommen, werden wir uns gelegentlich mit Bildern aus dem Hafen und Berichten von der Hafengemeinschaft melden. Als Anfang eignet sich die Abendstimmung vom 1. November 2011 am ehesten:

 

Regenbogen über dem Hafenbecken von Roanne

Regenbogen über dem Hafenbecken von Roanne

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3 Gedanken zu „Bericht 79, Oktober/November 2011

  1. Liebe Crew der Kinette,

    es waren wieder absolut informative und schöne Reiseberichte und Bilder, die Ihr im Laufe dieses Jahres auf Eurer Internetseite ins Netz gestellt habt. Schön für uns, die sich mit der Auswahl der möglichen Reiseziele für die kommende Saison beschäftigen können. Denn bei der eigenen Planung kann man ja wunderbar auf Eure Infos der letzten Jahre zurückgreifen. Die Idee, zum Schluss noch einen kleinen Rundblick auf die bunte Vielfalt der Schiffe und Nationalitäten in der diesjährigen Hafencommunity in Roanne zu werfen, ist ein gelungener Abschluss.

    Wir wünschen Euch für die beginnenden Wintermonate eine immer gut funktionierende Heizung und schöne gemeinsame Zeit bei den vielfältigen Unternehmungen.

    Liebe Grüße senden

    Madlene und Fredo

  2. Lieve Charlotte en Christian.
    Het was weer genieten om elke keer weer een leuk verhaal met mooie foto’s op jullie website te lezen. Vele stukken zijn ons wel bekend en dan komen de herrineringen weer boven.
    Geniet van jullie winterpauze in het mooie Roanne.
    gr jack en Anke Raukema van de Piëtas

    Übersetzung: Liebe Charlotte und Christian, es war wieder ein Genuss, jedes Mal wieder eine hübsche Geschichte mit schönen Fotos auf Eurer Webseite zu lesen. Viele Strecken sind uns wohlbekannt und dann kommen die Erinnerungen. Geniesst Eure Winterpause im schönen Roanne. Grüsse Jack und Anke Raukema von der Piëtas

  3. Liebe Charlotte, lieber Christian,

    Mit Interesse habe ich Euren letzten Bericht gelesen und die Hafenlieger in Roanne bewundert.

    Mit viel Mühe und etwas Glück habe ich Einiges über die Vergangenheit der BACCHUS herausgefunden. Das Resultat steht auf unserer Homepage. Die BACCHUS wurde 1957 von der Scheepswerf de Hoop in Schiedam gebaut, als GULF 4708, zusammen mit dem Schwesterschiff GULF 4709, das nach Urk geliefert worden ist.

    Auf unserer diesjährigen Reise hat mich ein ehemaliger Schiffer angesprochen. Er war der Meinung, die BACCHUS sei das ehemalige Bunkerboot in Urk, das einem Herrn de Boer gehört hat. De Boer ist ein Name, wie Meier und Müller, da ist es schwierig, den Faden zu finden.

    Die ELIANE in Roanne könnte von der Grösse und Bauweise die ehemalige GULF 4709 sein. Könnt Ihr den Eigner bei Gelegenheit fragen, ob meine Vermutung zutrifft?

    Besten Dank im voraus für Eure Antwort und fröhliche Binnenschiffergrüsse aus dem Basler Dalbeloch.

    Marie-Christine und Peter

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