«MS Wietske»: Madeleine und Joseph Niederberger

«Wer nie einen Traum verwirklicht, bleibt enttäuscht»

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Wenn wir davon erzählen, dass wir mehrere Winter auf dem Schiff verbracht haben, so werden wir regelmässig gefragt, ob das nicht kalt, feucht und ungemütlich sei. Wäre dem so, wären wir wohl in unserem schweizerischen Pieds-à-terre geblieben. Aber Schiffe wie unsere «Kinette», die «Aslaug», die «Dagens 2» und die hier beschriebene «Wietske» sind erstens gut isoliert und zweitens mit einer ganz normalen Ölzentralheizung bestückt. Auch Madeleine und Joseph Niederberger sind «Hardcore-Skipper», welche den ganzen Winter auf ihrem Schiff verbringen. Aber wie sind sie überhaupt zum Leben auf dem Wasser gekommen?

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Madeleine Niederberger träumte erstmals vom Leben auf einem Schiff, als sie als Au Pair in Paris bei einer Familie arbeitete, die direkt an der Seine wohnte. Die grossen Pénichen hatten es ihr angetan. Aus dem Leben auf dem Schiff wurde aber nichts, weil sie mit Joseph Niederberger einen Nidwaldner Bergler heiratete. Immerhin bereisten sie jahrelang ganz Europa mit ihrem Camper. Für die Zeit nach der Pensionierung war ihnen aber dieses Leben im Strassenverkehr zu hektisch. Als sie durch eine Fernsehsendung auf unsere Homepage stiessen, war es passiert. Der Bauphysiker Joseph und die Mutter, Hausfrau und Yogalehrerin Madeleine begannen systematisch zu planen. Sie besuchten uns in unserem damaligen Winterquartier in Roanne und quetschten uns aus, bis alle Fragen beantwortet waren. Sie liessen sich jedes einzelne Schiff im Hafen zeigen und erklären, bis beide spontan ausriefen: «Es muss eine Tjalk sein!» Wir wiesen sie auf den Schleusenschifferklub hin, sie wurden Mitglied und absolvierten beide einen Funkerkurs, Joseph zusätzlich noch einen Dieselmotorenkurs. Eigentlich hatten sie ihr Haus verkaufen wollen, fanden dann aber eine ideale Lösung mit Vermietung. Mit Hilfe des holländischen Schiffsvermittlers Ruud Thomas stiessen sie auf die knapp 20 Meter lange Skûtsje «Wietske», welche vom Voreigner fachkundig wieder aufgebaut und restauriert worden war. Ohne zu zögern, schlossen sie im Juni 2008 den Vorvertrag ab. Zurück in der Schweiz, büffelten sie die Theorie für die Schiffsführerprüfung und absolvierten erfolgreich auf einem Zodiac-Schlauchboot auf dem Genfersee die praktische Prüfung. Seit Juni 2009 leben Joseph und Madeleine auf ihrem Schiff, lernten vom Voreigner, wie man damit manövriert (anders als mit einem Schlauchboot…) und haben mittlerweile schon halb Europa befahren. Als wir sie seinerzeit zufällig im brabantischen Zevenburgen trafen und neben ihnen festmachten, fragten wir sie, ob ihren Schritt jemals bereut hätten. Sie strahlten beide: «Keine Minute! Wir vermissen nicht einmal unseren Garten!»

Madeleine und Joseph Niederberger

Madeleine und Joseph Niederberger

Nachdem sie einen Winter im friesischen Sneek und zwei Winter in Roanne verbracht haben, liegen sie zurzeit im elsässischen Saverne, wo sie ungeduldig den Frühling und damit die Fahrsaison erwarten.

www.wietske.ch

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Ein Gedanke zu „«MS Wietske»: Madeleine und Joseph Niederberger

  1. Liebe Familie Huber!
    Ihre Website ist eine sehr interessante und unterhaltsame Lektüre für unternehmungslustige Menschen, wie beispielsweise wir.
    So habe wir auch schon einige tausend km in Frankreich, Spanien und Italien hinter uns gebracht.
    Als letzte grosse „Tat“ haben wir uns, nicht ohne die Anregungen von der „Kinette“, zum ersten Male, im Alter um die 80 Jahre, auch ein Boot gemietet. (unser Boot war allerdings nur 13 m lang und 12 Tonnen schwer.) Befahren haben wir die Gegend zwischen Toulouse und Bordeaux.
    Die dabei gewonnenen Erlebnisse habe wir auf unserer Homepage: http://www.eisenlohr-art.de zusammengefasst. Ein Link zur „Kinette“ ist eingebaut.
    Bereut haben wir einzig und allein die Tatsache, dass wir nicht schon in jüngeren Jahren damit begonnen haben.

    Weiterhin, schöne Fahrten, immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und viel Gesundheit wünscht Ihnen Lea und Josef

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