Bericht 102, Juni 2014 – Teil 3

Waren – Untergöhren – Plau am See – Untergöhren – Waren – Rechlin

(Mecklenburgische Grossseenplatte; 74.5 km, zweimal Drehbrücke Malchow)

Verwendete Unterlagen:
Digitale Version von: Mecklenburgische Seenplatte, Binnenkarten Atlas 2, Verlag Kartenwerft, Flensburg 2013; Robert Tremmel: Mecklenburg, Brandenburg, Hafenführer für Hausboote, Berlin 2014

Von Waren nach Plau am See und zurück nach Rechlin

Von Waren nach Plau am See und zurück nach Rechlin

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Von Waren aus fahren wir über den Kölpinsee zum Fleesensee. Dort haben wir nur einen kurzen Aufenthalt geplant, bevor wir nach Malchow oder Plau am See weiter fahren werden. Aber erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Während Tagen steht ein munterer Westwind mit Böen bis zu sieben Beaufort und Regenschauern, sodass wir lieber im sicheren Hafen der Marina Fleesensee in Untergöhren auf bessere Zeiten warten.

Warten auf weniger stürmische Zeiten

Warten auf weniger stürmische Zeiten

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Werner und Chinny Feurer

Werner und Chinny Feurer

Während wir in Untergöhren liegen, besuchen uns Werner und Chinny Feurer, die auf der Heimfahrt von Rügen sind. Die Wege von Werner und Christian haben sich erstmals vor vierzig Jahren gekreuzt und zwar beruflich. Ein zweites Mal kreuzten sich ihre Wege, als Werner den Lions-Club Zürich-Altstadt gründete und Christian als Gründungsmitglied gewann. So werden bei einem von Charlotte selbstgebackenen Erdbeerkuchen die letzten Lions-Neuigkeiten ausgetauscht.

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Das Radisson-Hotel in Göhren-Lebbin

Das Radisson-Hotel in Göhren-Lebbin

Untergöhren ist eigentlich nur gerade ein Yachthafen, eine Mietbootbasis und ein Hafenrestaurant. Das eigentliche Dorf ist Göhren-Lebbin und wird dominiert vom Schloss, dem Radisson-Hotel «Resort Schloss Fleesensee». Für Golf-Freaks – wir gehören nicht dazu – ein Paradies, denn das «Golfland Fleesensee» umfasst 450 Hektaren, 200 Abschlagsplätze auf zwei 9-Loch Golfanlagen und drei 18-Loch Courses sowie ein grosses Pitch & Putt-Übungsareal.

Einer der drei Golfplätze von Schloss Fleesensee

Einer der drei Golfplätze von Schloss Fleesensee

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Trotz des garstigen Wetters unternehmen wir eine Radtour nach Malchow, wo wir von der freundlichen Hafenmeisterin erfahren, dass es im hübschen Stadthafen zurzeit keine Liegemöglichkeit für grössere Schiffe gibt. Ein Anruf beim Hafenmeister in Plau am See ergibt, dass er keine Reservationen vornehmen kann. Wenn wir uns aber (am Vormittag) zwei Stunden vor Eintreffen und damit beim Auslaufen aus Untergöhren bei ihm erkundigen, wie es aussieht, so können wir damit rechnen, dass es auch bei unserem Einlaufen in Plau am See noch so aussieht. Klingt etwas umständlich, klappt aber, denn wie wir um die Mittagszeit in Plau am See einlaufen, ist noch reichlich Platz an der neuen, grosszügigen Quaianlage.

Die grosszügige Quaianlage von Plau am See

Die grosszügige Quaianlage von Plau am See

Die Mietboote treffen erfahrungsgemäss erst gegen Abend ein, zumindest jetzt in der Vorsaison.

Gemischtwarenladen in Plau. In der Schweiz heisst das «Post»

Gemischtwarenladen in Plau. In der Schweiz heisst das «Post»

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Die Einfahrt von Plau am See

Die Einfahrt von Plau am See

Das meistfotografierte Objekt in Plau am See ist die hundertjährige Hubbrücke. 1945 vor der Sprengung durch die vor der Roten Armee zurückweichende Wehrmacht gerettet, wurde sie 1992, nach der Wende, erneuert und im Jahr 2000 von Grund auf restauriert.

Die Hubbrücke in Plau am See

Die Hubbrücke in Plau am See

Und weil die Welt bekanntlich klein ist, fährt, ausgerechnet während wir fotografieren, die französische «Exocet» unter der Hubbrücke hindurch. Deren Eigner, das Ehepaar Tourcenel, kennen wir aus Roanne. Weiss der Himmel, was sie in den wilden Osten Deutschlands verschlagen hat!

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Blick vom Kirchturm auf Plau am See

Blick vom Kirchturm auf Plau am See

Wie die Foto oben zeigt, lohnt sich das Besteigen des Plauer Kirchturms. Noch reizvoller ist das Innere der Kirche, weil bis jetzt das Geld gefehlt hat, um die Kirchenbänke neu zu streichen oder gar zu ersetzen. Und so zeugen denn die beschrifteten Kirchenbänke davon, dass beim Gottesdienst zusammensass, was zusammengehörte.

Im Kirchlein von Boek bei Rechlin, dies nur als Exkurs, findet man übrigens eine hübsche Gedenktafel an die dekorierten Herren aus dem Hugenottengeschlecht Le Fort.

Das Kirchlein von Boek

Das Kirchlein von Boek

Gedenktafel im Kirchlein von Boek

Gedenktafel im Kirchlein von Boek

Bei ihnen handelt es sich offensichtlich um die adligen Vorfahren der bekannten Schriftstellerin Gertrud von Le Fort («Das Schweisstuch der Veronika»), die ebenfalls aus Boek stammte.

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In Plau am See kommen Gerlinde Schmid und Arthur Large für einige Tage an Bord. Sie waren Eigner der auf unserer Homepage inserierten und mittlerweile verkauften Segeltjalk «Siet op u selven».

Arthur Large und Gerlinde Schmid

Arthur Large und Gerlinde Schmid

Mit ihnen werden wir über Untergöhren und Waren nach Rechlin fahren. Als begeisterte Golfer werden sie sich die in der Nähe befindlichen Golfplätze nicht entgehen lassen!

Arthur und Gerlinde, begeisterte Golfer

Arthur und Gerlinde, begeisterte Golfer

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Auf der Fahrt von Untergöhren zurück nach Waren fährt man, vom Kölpinsee her kommend, «zu Berg» (also die roten Tonnen links und die grünen Tonnen rechts) durch den kurzen Eldenburgerkanal in die Binnenmüritz. Gewohnheitsmässig geben wir unser Vorhaben über Funk bekannt, worauf sich prompt der Ausflugdampfer «Europa» meldet, der in der Gegenrichtung unterwegs ist. Wir sollen ruhig kommen, meint der Dampferkapitän, wir könnten uns auf halbem Weg im Stillen See kreuzen.

Die «Europa» wartet auf uns

Die «Europa» wartet auf uns

In der Tat wartet die Europa an einer Stelle, wo wir problemlos kreuzen können. Für irgend etwas haben wir ja unsere Funkgeräte!

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Von Waren aus fahren wir bei schönstem Wetter und nur leichtem Wellengang über die Müritz wieder nach Rechlin. Hier haben wir für die Zeit der Hochsaison einen Dauerliegeplatz gemietet, wohin wir uns, wenn es mit den zahllosen Mietbooten gar zu bunt wird, zurückziehen können.

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Aus dem Logbuch

  • Waren. Liegemöglichkeiten im umtriebigen Stadthafen Waren, in der Marina Eldenburg bei Waren und im Hafen des 4 km vom Stadtzentrum entfernten Camping- und Wohnmobilparks Kamerun Waren. Im Stadt-hafen Strom (16 Amp) und Wasser, Kostenpflichtig. Duschen, WC, Waschen, Trocknen. Fäkalienentsorgung. Gute Einkaufsmöglichkeiten. Ärzte und Zahnärzte, Apotheken, Postfiliale und Postbank, Deutsche Bank, Postbank, Dresdener Bank, Raiffeisenbank. Bahnhof mit direkten Verbindungen nach Berlin und Hamburg. AVIS-Autovermietung beim Bahnhof. Sehenswürdigkeiten: Müritzeum und Müritz-Nationalpark. Gastronomietipp: Empfohlen werden «Klabautermann» (keine Reservationsmöglichkeit!) und «Kleines Meer». Wir assen im «Fischerhof» und im «Altes Reusenhus»; beide waren in Ordnung.
  • Untergöhren. Marina Fleesensee. Moderne Marina (im Hinterland ist Deutschlands grösstes Ferienressort, Land Fleesensee, mit Golf, Sauna, Spa etc.). Strom (16 Amp), Wasser, Duschen, WC, Waschen, Trocknen. Kostenpflichtig. Möglichkeit, ein Auto (Fiat 500, 45 €/Tag) zu mieten. Sehenswürdigkeiten: Keine. Gastronomietipp: Das 10 Gehminuten entfernte Restaurant «Casa sul Lago» mit kleiner Speisekarte (was wir ohnehin schätzen!). Die in Zimt und Pfeffer geschmorten Kalbsbäckchen waren deliziös, der Zander hingegen mickrig und das Preis-/Leistungsverhältnis stimmte nicht. Einkaufsmöglichkeiten: «Minimarkt» unterhalb der «Casa sul Lago» und Hofladen in Göhren-Lebbin.
  • Plau am See. Elde-Hafen, Wasserwanderrastplatz Plau am See, Hafen Plau «Am Leuchtturm» sowie Liegeplätze der Fischerei & Räucherei Alt-Schwerin. Wir lagen im Elde-Hafen, an der Flaniermeile. Wasser und Strom (16 Amp). Kostenpflichtig. Ärzte, Apotheke, Postfiliale in der Papeterie. Deutsche Bank, Sparkasse und VR-Bank. Einkaufen: Aldi, Lidl, Penny und Netto. Gastronomietipp: «Fischerhaus» an der Flaniermeile und «PLAUder Käseeck» (Bistro mit frz. Käsespezialitäten).
  • Rechlin. Yachthafen Ferienzentrum Rechlin. Gut ausgestatteter, moderner Hafen. Strom (16 Amp), Wasser, Duschen, WC, Waschmaschine, Trockner. Kostenpflichtig. Hafenrestaurant «Spinnaker». Freundlicher und hilfsbereiter Hafenmeister. Sehenswürdigkeit: Luftfahrttechnisches Museum.
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