Bericht 146, September 2017

Hamburg

(Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen)

Der schönste Liegeplatz in Hamburg

Der schönste Liegeplatz in Hamburg

Wir haben bereits erwähnt, dass wir nach unserer Überzeugung am schönsten Liegeplatz in Hamburg liegen. Der Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen wird von ehrenamtlichen Hafenmeistern der Stiftung Hamburg Maritim betreut. Sie tun dies mit viel Herzblut und dafür wollen wir ihnen ganz herzlich danken! Der Sandtorhafen sieht übrigens im «Miniatur Wunderland», der grössten Modelleisenbahnanlage der Welt – wir kommen gleich darauf zurück – mit geöffneter Klappbrücke so aus:

Von der Aussichtsterrasse der Elbphilharmonie aus in natura gesehen, stellt sich die Szenerie ganz ähnlich dar:

***

Modellbauer, so sagt man, werden sieben Jahre alt, dann wachsen sie nur noch. Bei den fünfzigjährigen Zwillingsbrüdern Freddy und Gerrit Braun muss es sich um zwei solche Exemplare handeln. In einem ehemaligen Speichergebäude in der Speicherstadt begannen sie vor Jahren eine Modelleisenbahnanlage zu bauen. 2001 eröffneten sie die grösste Modelleisenbahnanlage der Welt, verteilt über drei Speicherböden, mit Hundert­tausenden von Figuren, kilometerlangen Gleisstrecken, einem Hafenbecken sowie einem Flughafen, auf dem die Flugzeuge im Minutentakt landen und starten.

Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 200 Angestellte und bis heute haben 15 Millionen Besucher die Anlage gesehen. Und die Anlage ist noch lange nicht fertig …

Aufräumen nach der Streetparade

Aufräumen nach der Streetparade

Das Museumsschiff Cap San Diego im Modell

Das Museumsschiff Cap San Diego im Modell

Das Original der Cap San Diego liegt als Museumsschiff an der Überseebrücke. Sie ist das letzte noch erhaltene Schiff einer Serie von sechs schnellen Stückgutfrachtern, das 1961/1962 in Hamburg gebaut wurde und bis Ende 1981 vorzugsweise nach Südamerika fuhr. Seit 1986 liegt sie in Hamburg an der Überseebrücke und ist heute noch fahrtüchtig.

Funktionierendes Schiffshebewerk

Funktionierendes Schiffshebewerk

Anlagedetail mit einem Augenzwinkern

Anlagedetail mit einem Augenzwinkern

Es ist keine Übertreibung, wenn man die Erbauer der Anlage als detailbesessen bezeichnet.

***

Andere Modelle, nämlich Schiffsmodelle, findet man neben unzähligen anderen nautischen Sammlerstücken im Maritimen Museum. Hier sind, ebenfalls in einem alten Speicher­gebäude, unter anderem Tausende von Schiffsmodellen aus allen Epochen ausgestellt, eines schöner als das andere. Zusammengetragen hat diese Sammlung der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Springerverlags, Dr. Peter Tamm. Als Sechsjähriger bekam er von seiner Mutter ein Wiking-Schiffsmodell im Massstab 1:1250 geschenkt. Das war die Initialzündung für eine lebenslange Sammlerleidenschaft.

***

Die verewigten Fischlieferanten vor der «Alt Helgoländer Fischerstube»

Die verewigten Fischlieferanten vor der «Alt Helgoländer Fischerstube»

Unsere Berichte sind keine Reiseführer, sondern ganz persönliche und unvollständige Eindrücke. Einen solchen Eindruck, und zwar einen gastronomischen, hat bei uns das Restaurant «Alt Helgoländer Fischerstube» am Fischmarkt hinterlassen. Hafenmeister Klaus Pajunk hat es uns wärmstens empfohlen und nach zweimaligem Besuch schliessen wir uns dieser Empfehlung an.

Die «Alt Helgoländer Fischerstube»

Die «Alt Helgoländer Fischerstube»

***

Nächtliche Flottenparade

Nächtliche Flottenparade

Während unseres Aufenthalts in Hamburg finden die «Cruise Days» statt, ein Spektakel mit einem ganzen Reigen von riesigen Kreuzfahrtschiffen und nicht endenwollendem Feuer­werk. Wir erwähnen das nur, weil wir mit unserem Liege­platz zugleich einen Logen­platz haben, fernab vom Menschen­gedränge.

Elbphilharmonie, Kreuzfahrtschiff und Feuerwerk – von unserem Vorderdeck aus

Elbphilharmonie, Kreuzfahrtschiff und Feuerwerk – von unserem Vorderdeck aus

***

Danny Hildebrand

Danny Hildebrand

Als wir 2014 in Mecklenburg-Vorpommern fuhren, lernten wir den Hamburger Danny Hildebrand kennen, der ganz allein mit einer historischen Hafenbarkasse unterwegs war (siehe Bericht 102 Teil 1). Natürlich verabredeten wir ein Treffen. Da wir einige Aus­rüs­tungs­gegen­stände benötigten, fuhr uns Danny zum Schiffs­ausrüster Toplicht. Bei Toplicht könnte man sich übrigens als Liebhaber von traditionellen Schiffen dumm und dusslig kaufen.

Der Schiffsausrüster Toplicht

Der Schiffsausrüster Toplicht

***

Und weil es so schön war in Hamburg, noch einige Hamburger Stimmungsbilder mit Regenbogen, Elbphilharmonie und ähnlichem.

Aus dem Logbuch:

  • Hamburg. Sportboote pflegen im City Sporthafen neben den St. Pauli Landungs­brücken (beim Feuer­schiff) zu liegen. Strom, Wasser und Sanitäranlagen. Wegen des ununterbrochenen Verkehrs von (zu) schnell fahrenden Hafenfähren und Rundfahrt-Barkassen ist der Sporthafen eine sehr (sehr!) schaukelige Angelegenheit. Eine ruhigere Ausweichmöglichkeit, aber etwas vom Stadtzentrum entfernt, sind die Yachthäfen in der Dove Elbe, einem Seitenarm der Norderelbe. Als Traditionsschiff konnte Kinette im Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen liegen. Betrieben wird dieser Hafen von ehrenamtlichen Hafenmeistern der Stiftung Hamburg Maritim. Einkaufsmöglichkeiten sind Supermärkte in der Nähe der erwähnten Häfen. Alles Wissenswerte über Hamburg findet man in den einschlägigen Reiseführern. Wir haben besucht: Maritimes Museum (beinahe unübersehbare Sammlung von Tausenden wunderschöner Schiffsmodelle aus allen Epochen sowie von allem, was mit See und Seefahrt zu tun hat); Das Museumsschiff Cap San Diego an der Überseebrücke; Miniatur-Wunderland (die weltweit grösste Modelleisenbahn-Anlage im H0-Massstab mit naturgetreu nachgebauten Regionen samt Modelleisenbahnen, rollendem Strassenverkehr sowie startenden und landenden Flugzeugen); Ernst Barlach-Museum und Jenisch-Haus mit eindrücklichen, sehr schön kuratierten Ausstellungen; das Musical Aladdin im Stage Theater Neue Flora, stellvertretend für eines der zahlreichen in Hamburg aufgeführten Musicals. Gastrotipp: Die «Alt Helgoländer Fischerstube» am Fischmarkt 4a-c, erreichbar mit der Passagierfähre 62 Haltestelle Fischmarkt. Wir waren zweimal dort, beide Male war das Essen hervorragend und der Service sehr herzlich. Unbedingt reservieren!
Facebook
Google+
http://www.kinette.ch/index.php/2017/10/01/bericht-146-september-2017/
Twitter

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *